The Curtain – Die Berlinale wird 60!

»The Curtain« – Die Berlinale wird 60!

Hotel Adlon und wir
Links das Hotel Adlon, rechts die Akademie der Künste. Dieser Balkon war unsere Loge

»The Curtain« – der Berlinale zum Sechzigsten! Anläßlich der Berlinale 2010 waren wir an einem Kunstprojekt der kalifornischen Künstlerin Christina Kim beteiligt. Aus Anlass dieses Festival-Jubiläums sollte auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor eine restaurierte Fassung des deutschen Filmklassikers »Metropolis« von Fritz Lang aufgeführt werden. Aufgabe war es, einen großen Vorhang aus alten Filmplakaten zu erstellen, der sich, nach guter alter Kino- und Theatertradition, für dieses Filmerlebnis stilecht öffnen sollte. »The Curtain«, so der Name des Projekts,  hatte am Ende zwei Teile, die jeweils 10 m x 12 Meter groß waren.

Insgesamt wurden für die beiden Vorhangteile 2400 Einzelteile verarbeitet. Die kleinsten verarbeiteten Teile waren nur einige Zentimeter groß, die großen einige Meter. Bis zur letzten Minute wurde an diesen beiden Vorhangteilen gearbeitet und dann war es endlich so weit. An einem sehr kalten Donnerstag wurde »The Curtain« am Pariser Platz aufgebaut. Der große Abend konnte kommen.

 

»The Curtain« öffnet sich für »Metropolis«

The Curtain – die Berlinale wird 60
The Curtain wird aufgebaut – im Hintergrund das Brandenburger Tor

 Einen Tag später, an einem elend kalten Freitagabend, war es dann endlich soweit. Diejenigen, die an diesem Projekt gearbeitet hatten, waren von der Berlinale-Leitung zu einem Essen in die Akademie der Künste eingeladen. Geparkt wurde stilecht in der Tiefgarage des Hotels Adlon. Dann ging es rüber in die Akademie der Künste. Getafelt wurde ganz oben unterm Dach. Das hatte den Vorteil, dass wir zu jeder Zeit auf die Terrasse hinaus konnten, um dem Treiben auf dem Pariser Platz zuzusehen. Die, die gekommen waren, liessen sich auch durch die klirrende Kälte nicht von diesem Filmabend abhalten.

Und schließlich war es soweit: Unten öffnete sich »The Curtain« und Fritz Langs Klassiker »Metropolis« flimmerte über die Leinwand.

Rückblende in die 20er Jahre

Rund zwei Jahre hatte der als absoluter Perfektionist bekannte Regisseur an seinem Film gearbeitet. Premiere war im Januar 1927. Beim Publikum fiel der Film, der Millionen verschlungen hatte, gnadenlos durch. Der Status als Klassiker folgte erst mit den Jahren. Ohne Zweifel war Fritz Langs Blick in die Zweiklassengesellschaft der Großstadt»Metropolis« visionär. Auch die Kamera (Karl Freund, Günther Rittau und Walter Rottmann) sowie die Filmbauten von Erich Kettelhut setzten Maßstäbe. Für uns ein absolut erhebender Moment und ein wunderbarer Abschluss des Projektes »The Curtain«.

Nachdem die letzte Einstellung von »Metropolis« über die riesige Leinwand geflimmert war, blieb uns nur noch, unseren Wagen genauso stilecht aus der Tiefgarage des Adlon abzuholen, wie wir vor Stunden hinein gefahren waren.

Und ganz am Ende noch einige Impressionen von diesem wunderbaren Winterabend: »The Curtain« beleuchtet, Metropolis I, Metropolis II, Metropolis III

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