Hotel Adlon

Hotel Adlon – eine Name, mit dem der Leser unverzüglich Glanz und Gloria verbindet. Eröffnet im Oktober 1907, war das Hotel für rund ein halbes Jahrhundert Treffpunkt der Reichen und Schönen, der Wichtigen und Mächtigen. Hier wurde vornehm gespeist, gefeiert, getanzt oder Politik gemacht. Kaiser und Könige, Politiker, Filmstars, Schriftsteller, Industrielle – kamen sie nach Berlin, wohnten sie im Adlon am Pariser Platz. Ein Industrieller soll einmal auf die Frage, warum er immer alleine ohne seine Frau anreise geantwortet haben: »Wenn ich sie mitbringe, dann will sie zuhause die gleichen schönen Dinge und den gleichen Komfort haben.« Diese Antwort drückt in einem knappen Satz aus, was das Haus von anderen Häusern unterschied: Das Beste vom Besten!

»Adlon oblige«

Hotel Adlon: Die Lobby
»Adlon oblige« – die Lobby des originalen Hotel Adlon

»Adlon oblige« (Das Adlon verpflichtet) hat Hotelgründer Lorenz Adlon (1849-1921) einmal gesagt. und an diesen Grundsatz hat er sich immer gehalten. Andernfalls hätte er niemals eine solche Bilderbuchkarriere hinlegen können. Geboren in Mainz als sechstes Kind eines Schumachers lernte er zunächst Tischler, ehe er sich als Gastronom versuchte. Die Anfänge waren bescheiden. Sein Turnverein ging öfter mal auf Reisen und Lorenz Adlon übernahm das Catering, wie man heute so schön zu sagen pflegt. Einmal auf den Geschmack gekommen, wandte er sich schnell größeren Gastronomie-Projekten zu. Er bewirtete u.a. Gäste auf dem deutschen Turnfest in Frankfurt (1880) und auch auf der Weltausstellung in Amsterdam (1883).

Das dabei verdiente Geld reinvestierte Adlon sofort wieder in weitere erfolgreiche Geschäfte. In den 80ern des 19. Jahrhunderts kam er nach Berlin. Unter seiner Leitung reifte das Restaurant Hiller Unter den Linden zum besten Restaurant der Stadt. Gleichzeitig stieg er als Teilhaber des Hotel Continental in Berlin-Mitte ins Hotelgeschäft ein. Adlon übernahm auch die Terrassen am Zoo, die unter seiner Leitung ein kulinarischer Anziehungspunkt wurden, wie ihn Berlin noch nie gesehen hatte. Die Besucher strömten zum Zoo, weil es dort etwas zu erleben gab. Keine biedere Hausmannskost, sondern internationales Flair. Lorenz Adlon war voll auf der Erfolgsspur und verdiente dabei eine Menge Geld.

Eines Tages musste Lorenz Adlon einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Das Hotel Continental brannte bis auf die Grundmauern nieder. Noch an der Brandstelle fasste Adlon, den Entschluss, ein Hotel zu bauen, das alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen sollte. In Kaiser Wilhelm II., der seine Hauptstadt ebenfalls »aufpimpen« wollte, fand er einen glühenden Unterstützer. Dank kaiserlichem Segen wurde das denkmalgeschützte Palais Redern, einst von Meister Schinkel erbaut, abgerissen. Dort, direkt am Pariser Platz neben dem Brandenburger Tor, sollte das neue Hotel entstehen.

Hotel Adlon, ein Schmuckstück für die deutsche Hauptstadt

Das Hotel Adlon eröffnet am 23. Oktober 1907. Am Ende hatte der Bau 20 Millionen Goldmark verschlungen. Eine gigantische Summe, die Adlon in der Folge refinanzieren musste. Das Haus bot nur das Feinste vom Feinsten. Der Bauherr hatte nicht gekleckert, nur geklotzt. Beste Tücher und Stoffe waren eingesetzt worden, bester Marmor war verbaut worden und auch das Mobiliar war nur allererste Klasse. Zu gut deutsch: Das Hotel war ein einziger Traum. Kaiser Wilhelm II. war der Erste, der das Hotel betreten wollte, wenn es denn fertig war. Diesen Wunsch hatte er schon lange angemeldet und er wurde ihm von Lorenz Adlon natürlich auch gewährt. Und auch Wilhelm, in seinem Schloß eigentlich Prunk und Protz gewohnt, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Hotel Adlon – Das beste Haus am Platze

Hotel Adlon: Das Restaurant um 1920
Internationale Küche auf höchstem Niveau – das Restaurant im Adlon um 1910

Das Hotel entwickelte sich wie geplant. Im Adlon war alles erstklassig. Wunderbare Restaurants. Einzigartige Zimmer und Suiten. Ein Weinkeller, der seinesgleichen suchte. Das beste Personal, das zu finden war. Und Küchenchefs, wie u.a. Auguste Escoffier, sorgten dafür, dass die Gäste im Hotel Adlon auf höchstem kulinarischen Niveau speisen konnten.

Für Hotelbetreiber Lorenz Adlon liefen die Dinge gut. Dann kam der 1. Weltkrieg und mit ihm die politischen Unruhen, die die Zeit nach dem großen Weltenbrand prägten. Deutschland war in Aufruhr. Und das Hotel Adlon mittendrin. Das Adlon überstand aber auch diese kritischen Jahre mehr oder minder schadlos. Im Jahr 1921 wurde Lorenz Adlon auf der Mitteltorspur des Brandenburger Tors überfahren. Einige Tage später erlag der Hotelier seinen Verletzungen.
Sein Sohn Louis (eigentlich Ludwig Anton) Adlon übernahm die Geschäfte. Er musste das Hotel durch die »Roaring Twenties«und die ernüchternden 30er Jahre führen, an deren Ende der 2. Weltkrieg stand. Das Hotel überlebte auch diese Jahre. Einige Tage nach Ende des 2. Weltkrieges brannte es in Teilen nieder. Was davon übrig blieb, das wurde zu DDR-Zeiten als Internat für Berufsschüler genutzt. 1984 wurde allerdings dann auch dieses Gebäude abgerissen.

Das neue Adlon

Nach der Wende reiften Pläne, das Hotel Adlon an nahezu gleicher Stelle wieder auferstehen zu lassen. In der Zeit zwischen 1995 und 1997 wurde gebaut und am 23. August 1997 war es dann so weit: Das neue Hotel Adlon konnte feierlich eröffnet werden. 90 Jahre nach der ursprünglichen Eröffnung hatte die deutsche Hauptstadt wieder »ihr« Hotel Adlon.

Die historischen Fotos zu dieser Adlon-Geschichte wurden uns freundlicherweise von der Presseabteilung des »Adlon Kempinski« zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.