Einmal Warnemünde – und zurück

Für den Berliner ist ein Trip nach Warnemünde wahrscheinlich der schnellste Weg, um an einen der reizvollen Ostseestrände in Mecklenburg zu gelangen. Ahrenshoop dürfte etwas weiter sein. Rügen und Usedom sowieso. Und ganz davon abgesehen, ein Besuch in Warnemünde hat ja auch etwas. Die Strandpromenade, die Mole, der Hafen, hier lässt es sich durchaus aushalten. Ausser in der Ferienzeit. Da quillt Warnemünde förmlich über.

Warnemünde – immer ein gutes Reiseziel

Warnemünde
Warnemünde: Strand und Westmole mit grünem Leuchtturm

Wir schrieben Ende März. Die Ferienzeit lag noch in weiter Ferne. Da wir ohnehin in Rostock zu tun hatten, gönnten wir uns einen Tagesaufenthalt in Warnemünde und liessen die Ostsee-Atmosphäre auf uns einwirken. Mit dem Wetter hatten wir Glück. Es war zwar kalt und windig, dafür wurden wir aber mit reichlich Sonnenschein beschenkt. Ein schöner Tag.

Unsere erste Amtshandlung: Wir stiefelten gleich über den breiten Sandstrand und liessen den Blick über den Horizont gleiten. Wasser, Wasser und noch einmal Wasser. Die ewige menschliche Sehnsucht nach Ferne und entfernten Gestaden? Nun, wir wissen, dass nur wenige Kilometer weiter das heutige Dänemark liegt. Früher, da war das noch etwas anders.

Etwas rechts von unserem Standpunkt mündet die Warnow in die Ostsee. Der Namensgeber für den Fischerort und kleinen Hafen. Der Ort wurde im Jahr 1195 erstmals in einer dänischen Urkunde erwähnt. Seit 1323 gehört es zu Rostock. Heute lautet der offizielle Name Seebad Warnemünde. Die Namensänderung hing mit dem Einsetzen des Tourismus in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts zusammen. Die Menschen entdeckten Meer und Strand als Quelle der Erholung und pilgerten an die See.

»Teepott« und Leuchtturm – zwei Warnemünder Wahrzeichen

Warnemünde
Warnemünde: Der Leuchtturm und der »Teepott«

Aktuell hat Warnemünde ca. 1200 Einwohner und dem Besucher einiges zu bieten. Hier finden Touristen den mit rund 150 Meter breitesten Sandstrand der deutschen Ostseeküste. An der Uferpromenade können sie in der Saison den 1897 erbauten Leuchtturm erklimmen. Von oben bietet sich dem Betrachter ein wunderbarer Blick. Gleich daneben liegt der berühmte »Teepott«. Erbaut in den 60er Jahren vom Architekten Ulrich Müther, der für seine Schalen-Bauwerke bekannt war. Seit der Renovierung vor einigen Jahren dient der »Teepott« wieder als Restaurant. Von hier aus laufen Kreuzfahrtschiffe in alle Welt aus.

Wandert der Besucher weiter zur Warnow, wird er an der Mole landen. Die westliche Seite endet mit einem kleinen grünen Leuchtturm. Am anderen Warnow-Ufer, der östlichen Molenseite, steht der rote Bruder. Die beiden Leuchttürme signalisieren den Seeleuten die Einfahrt in die Warnow. Der Mole schliessen sich entlang der Warnow diverse Restaurants und Kneipen an. Hier wird jeder etwas finden.

Gehen wir wieder zurück zur Uferpromenade und wenden uns der anderen Seite zu, gelangen wir recht schnell ans Kurhaus. Es wurde 1928 erbaut. Bis 2013 gab es hier auch ein Casino. Gleich daneben steht das Hotel Neptun, ein großer Betonblock, 1971 erbaut. Interessant: Alle Zimmer gehen in Richtung Ostsee. Wandern wir weiter am Strand entlang kommen wir an die Steilküste Stoltera, die westlich von Warnemünde beginnt und sich bis Geinitzort hinzieht.

Ciao Warnemünde, bis zum nächsten Mal

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Warnemünde: Kurhaus (l.) und Hotel Neptun

Strand und Küste vor Warnemünde eignen sich nicht nur für Sonnenanbeter und Badefreunde. Auch Beachvolleyballer oder Surfer kommen hier voll auf ihre Kosten. Hier finden im Sommer auch regelmäßig die Warnemünder Woche und die Hanse Sail statt. Wenn das kein umfassendes Programm ist. Wir können es an diesem Tag gar nicht alles abreißen. Wir begnügen uns mit der kleinen Tour: Ran ans Wasser, Sand und Sonne geniessen, ein kleiner Spaziergang entlang der Strandpromenade, eine Tasse Kaffee und zurück an die Arbeit nach Rostock.

Wie auch immer: Selbst ein solcher Kurztrip nach Warnemünde ist eine feine Sache. Macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Und eines ist sowieso sicher: Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis wir wieder hier auftauchen werden. Warnemünde und der Ostseestrand haben durchaus auch weit ausserhalb der Saison ihren Reiz. Schön warm angezogen am Strand entlang stapfen, den kalten bis eisigen Winden trotzen und sich ganz am Ende mit einer Kanne heißen Tees zu belohnen. Eine herrliche Vorstellung …

 

 

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